Aus Heft 2/2011:

Soll & Haben!  

In manchen stillen Stunden machen doch viele Frauen Bilanz, wollen sehen, was unter dem Strich steht, vor allem, ob die Rechnung zwischen "Soll und Haben" aufgeht.

Also, Frau meint, sie "sollte" vor allem ein aufregendes Liebesleben "haben". Zeitweise kann es ja stimmen, aber oft bleibt es beim "soll", von "haben" kann da nicht mehr viel die Rede sein. Per Saldo also ein Minus in der Bilanz.

Sollte man da nicht was unternehmen? Nun kann man überlegen, ob man diese Aktivität mit dem in greifbarer Nähe "habenden" Partner starten, oder sich ein anderes Objekt suchen "sollte"? Man weiß ja auch dann nie, was man da bekommt. Denn alles was man unter "Haben" verbuchen kann, entspricht ja nicht dem, was es eigentlich sein "SOLL"!

Ob die Erwartungen über das zu Erlebende sich dann auch erfüllen, das stellt sich erst nach der Bilanz heraus, wie eben immer, wenn man am Ende schaut, was unter dem Strich übrig bleibt.

Ein Blick in den Kleiderkasten ergibt ebenfalls das Resümee, dass Frau eigentlich nicht alles ins "Haben" verbuchen kann, was Frau laut diversen Frauenzeitschriften und den als Vorbilder darstellenden Fotos der Yellow-Press in dieser Saison tragen "Soll".
Manche lassen sich nun verleiten, in die City zu fahren (wohin denn sonst??) um sich die neuesten Modelle der kommenden Saison vorführen zu lassen.

Jaaaaa, DAS sollte man "Haben"........ oder vielleicht doch das Blaue oder doch das Gelbe?

Ein Blick auf den Kontoauszug holt uns dann in die Wirklichkeit zurück und die Frage stellt sich:
Steht nun der Saldo auf der "Haben oder Soll" - Seite?

Eines steht in jedem Fall fest, wir haben nie soviel anzuziehen als wir bräuchten und auch haben sollten! Ganz ehrlich!

JOANA ANGELIDES

 

Strahlende Zukunft! 

Es liegt noch nicht lange zurück, als uns die Bilder der Zerstörung aus Japan erreichten. Ein extrem heftiges Erdbeben hat einen Teil dieser stark bevölkerten Insel derart hart getroffen, dass aufgrund dieses Ereignisses samt dem darauf folgenden Tsunami, Zehntausende Opfer zu beklagen waren. Derartige Berichte kennen wir leider nur zu gut, wenn man an die Katastrophe, die sich Ende 2004 rund um den Pazifik ereignete, denkt.
Die Erde schlägt zurück, sie bebt und schickt dann die oftmals unvermeidlichen Flutwellen. Wir Menschenkinder können dieser Naturgewalt nicht viel entgegensetzen. Wir haben sie zu akzeptieren und mit den Folgen zu leben. Aber was machen denn die lieben Menschlein weltweit? Richtig geraten. Sie haben unzählige Atommeiler in die Landschaften geklotzt und uns misstrauischen Atomgegnern immer wieder vorgebetet, dass wir diese Art der Energiegewinnung unbedingt brauchen. Erdbebengefährdete Gebiete? Egal, hin damit. Die Kohle muss stimmen. Auch der oft zitierte Wohlstand bzw. unsere hohe Lebensqualität hingen davon ab und wir sollen uns gefälligst nicht gegen den Fortschritt sperren.

Nun was ist denn noch in Japan vorgefallen? Erraten, die viel beschworenen absolut sicheren Atomanlagen sind beim Schüttel- und Rütteltest, den Mutter Natur mit ihnen veranstaltet hat, kläglich durchgefallen. Was ist denn da wirklich passiert? Eine der technisch am höchsten gerüsteten Industrienationen war auch nicht imstande, absoluten Schutz zu garantieren. Risse in den Mauern sowie unterbrochene Kühlanlagen haben zu einem nahezu beispiellosen Desaster geführt. Tschernobyl lässt grüßen.
Dieser bisher einzig bekannte Supergau aus dem vorigen Jahrhundert hat nach vorsichtigen Schätzungen etwa 7 Millionen Menschenkinder direkt betroffen, bzw. Hunderttausende gezwungen, ihre Heimat für immer zu verlassen. Die Geisterstädte aus dem sogenannten "Wilden Westen" in Nordamerika können da nicht mithalten. Ganze Städte sind seither in Osteuropa verlassen. Aber es wurde weltweit weiterhin am Atomstrom festgehalten. Es gibt angeblich keine Alternative. Nun haben wir den nächsten Supergau. Wie kommt aber Mutter Natur auch dazu, uns ein derart heftiges Erdbeben zu schicken, damit unsere Denkmäler (=Atomreaktoren) der Überheblichkeit und Gier daran zerbrechen und auseinander bersten. Die Menschheit hat auch in diesem Fall die Büchse der Pandora geöffnet und vermag, wie man wiederum unschwer erkennen kann, damit nicht umzugehen. Die, aufgrund der ausgefallenen Kühlung sehr erhitzten und geschmolzenen, Brennstäbe hatten die unangenehme Eigenart, für Explosionen und Brände zu sorgen. Seither kann man problemlos das Innere dieser, ach so sicheren und ungefährlichen, Atommeiler bewundern. Die Nachrichten waren und sind voll mit Bildern, die das eindrucksvoll belegen. Aber damit noch nicht genug. Diese niedlichen Brennstäbe geben seither radioaktive Strahlung ab und da es keine Mauern oder Dächer mehr gibt - allenfalls noch in Fragmenten vorhanden - kann diese ungehindert, und wie es ihr beliebt, ins Freie und sich über die Atemluft, das Trinkwasser und Mutter Erde beliebig ausbreiten.
Wie viele Menschen auf dieser dicht besiedelten Insel ihre Heimat verlassen werden müssen bzw. wie viele an den Segnungen der Atomkraft zugrunde gehen werden? Wir werden es im Detail nicht erfahren.

Schon im vorigen Jahrhundert, vor mehr als 30 Jahren, als in unserer Heimat die Atomlobby eine unerwartete Abfuhr erleben musste (Volksentscheid), wollte mir so mancher Fortschrittliche erklären, dass man sich doch nicht gegen den Fortschritt stemmen dürfe. Es sei doch ohnehin alles sicher und die ausgebrannten Brennstäbe, die würden ohnehin in aufgelassenen Bergwerkstollen bzw. in den Tiefen der Ozeane verschwinden. Meine schüchternen Bemerkungen, dass Fässer ja durchrosten könnten, wurden mit dem Hinweis abgeschmettert, das mache doch nichts. Es ist doch ohnehin alles tief in der Erde bzw. im Meerwasser versenkt.
Heute, viele Jahrzehnte danach, wissen wir es, bis heute wurde keine Technologie entwickelt, die die benutzten und überflüssigen Brennstäbe in ungefährlichen und nicht mehr strahlenden Abfall verwandelt. Das hat bzw. hatte noch nie Priorität. Das hätte doch die zum Teil gewaltigen Erträge und Gewinne der Atomlobby geschmälert. Gewinne kassieren ist die eine Seite. Den Dreck (Brennstäbe) wegzuräumen, die andere Seite. Das würde nun mal kosten und daher delegiert man das an uns, die gemeinen Menschenkinder.

Betroffen machen auch die Bilder, wenn oftmals mit Hungerlöhnen ausgestattete Arbeiter die Fehler und Versäumnisse einer verfehlten Energiepolitik zurechtbiegen sollen. Sparmaßnahmen bei Bau, bei Betrieb und Sicherheitseinrichtungen haben diese fatale Kettenreaktion erst begünstigt. Allerdings und das habe ich schon oben erwähnt, wenn Mutter Erde bebt, wenn sie Wasser und Stürme schickt, dann gibt es keine absolute Sicherheit. Nur das kann mit Sicherheit gesagt werden.
Ich hätte da einen Vorschlag, wie man in Zukunft, und auch noch in diesem sich noch lange Zeit hinziehenden Katastrophenfall vorgehen sollte. So möge man doch die Nutznießer dieser Atommeiler zum Aufräumen in die Ruinen schicken. Wäre doch ein Bild für Götter, wenn selbsternannte Topmanager samt Großinvestoren bzw. Multiaktionären hier selbst Hand anlegen müssten. Das wäre zumindest ein kleines Stück Gerechtigkeit.

Wir in Europa sind ja weit vom Schuss, oder? Verstrahlte Fische oder sonstige Lebensmittel kann man ja leicht aussortieren. Was aber, wenn einer der unzähligen Schrottmeiler an den Grenzen unserer Heimat in die Luft geht oder uns einfach mit Strahlen überschüttet? Die Grenzbalken wurden ja auch schon abmontiert und ich habe mir sagen lassen, dass sich die Strahlung auch davon nicht beeindrucken lässt. Sie kennt wahrlich keine Grenzen. Ein Supergau in Mitteleuropa? Ich muss das hoffentlich nicht selbst genießen(!).
So bleibt uns nur die Hoffnung, dass dieser Kelch an uns vorüber geht. Im Land der aufgehenden Sonne ist es jetzt leider ziemlich finster geworden. Hoffentlich werden jetzt die Menschen die Politfunktionäre abwählen, die in absoluter Nibelungentreue der Atomkraft huldigen. Muss wohl viele Vorteile bringen, sich der Atomlobby zu unterwerfen. Aber das werden wir gemeine Staatsbürger ohnehin nicht wirklich begreifen können.
In diesem Sinne: Auf in eine strahlende Zukunft. Egal wie sie auch immer aussehen mag.

KARL FRANK


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