Editorial

Unsere Sorgen!

Liebe Leserin, lieber Leser! „Ich zähle täglich meine Sorgen, denn ich sorg mich sehr“ … sang einst Peter Alexander. Heute ist uns wahrscheinlich weniger zum Singen, aber die Sorgen werden überbordend. Die Wiener Verkehrsbetriebe haben den „Tatort Leberkäs“ ausgerufen, und nun wird gegen ungeruchsfreie Pizza-Schnitten und Kebab-Semmeln ermittelt. Auch in der Bechernudel aus Fernost wird eine gewisse Sprengkraft vermutet. Auch die EU hat Sorgen, nein, nicht wegen Griechenland oder ein paar läppischer tausend Migranten, die keiner will. Nein, viel Schwereres lastet auf dem umtriebigen Kollektiv-Gewissen in Brüssel. Dazu musste man – wie erstaunlich – sogar die Bevölkerung in den Mitgliedsländern fragen: Tatatata, – ob  nun die Zeitumstellung (Winterzeit – Sommerzeit) abgeschafft werden sollte. Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite schlägt man sich ja glatt mit der flachen Hand auf die Halogen-Birne und biegt die Gurke gerade. Große Sorgen macht sich unser Zwergstaat um die uns innig befreundete Türkei, sintemalen ja große Teile ihrer bei uns weilenden Bevölkerung, als aufrechte Demokraten auch bei uns gerne den bellenden Atatürk-Verschnitt vom Bosporus wählen wollen. So eine ge­schlossene Demokratiegesinnung muss gefördert werden, ist ja geradezu beispielhaft für österreichische Wähler, die vielleicht gar kein Kreuzerl oder gar bei der falschen Partei machen. Sei es wie es sei, der Türkei muss geholfen werden – mit Millionen natürlich, von der Nationalbank. Die steht aber leider nicht in Ankara, sondern in Wien, das ist unsere. Der Handel macht sich Sorgen um die Konsumenten, dass die nach ihren Arbeitstagen nicht mehr rechtzeitig ihre Hunger-Rationen für ein gschmackiges Bio-Frühstück kaufen können. Da muss man die Ladenschlusszeiten ja flugs erweitern. Im benachbarten Ausland gibt es ja schon seit Jahren Supermärkte, die 7 Tage in der Woche bis mindestens 22 Uhr geöffnet haben. Der Großstadtverkehr ist nun ohnehin eine permanente tiefe Sorgenfalte in Grün, da muss man zur „Verflüssigung“ jetzt vielleicht doch die Argentinierstraße in Wien zur „Radstraße“ machen, damit bis bisher abgemahnten Pedalritter nun legal mit 60 km/h und weiterhin ohne Licht und Bremsen dahindüsen dürfen – unter dem Motto: Eine Stadt – ein Rad! Egal wie Sie sich fortbewegen, nehmen Sie sich Zeit zum Hinsetzen und blättern Sie in unserem neuen Heft! Christian Faltl - Herausgeber
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SEPT. 2018