Editorial

Öffnet die Herzen und - die Geldbörsen! 

Liebe Leserin, lieber Leser! Also, die Pipifax-Meldungen der letzen Zeit haben wir ja rasch durch: Siemens will weltweit fast 7.000 Mitarbeiter entlassen, der Klimagipfel ist ohne nennenswerte Vorkommnisse und Ergebnisse zu Ende gegangen, im Libanon bahnt sich neuerdings Ungemach an, weil die Herren Muslime aus Saudi-Arabien und dem Iran nicht eines Sinnes sind (als ob wir das nicht schon längst wüssten) und dass aus den jüngst aufgetauchten Paradise-Papers nun 63 Spuren bis nach Österreich führen war auch klar. (Schon 1848 schrieb der deutsche Dichter Friedrich Hebbel: „Dies Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.“). Aber die wirklichen Info-Hämmer finden abseits der Medienschlagzeilen statt. Weihnachten steht praktisch schon vor der Tür. Adventmärkte drohen in allen Variationen. Auf die Punsch-Plätze, fertig, los,... Wer hat das unmöglichste Graffel mit Silberflitter? Die Geschenk-Ideen werden überbordend. Es ist nichts zu blöd, als dass es nicht in diesen Tagen als Geschenk herhalten könnte. Da wäre einmal der „Clocky“, ein Wecker auf Rädern, der nach mehrmaligem Drücken der „Sleeper“-Taste davonrollt und beim nächsten Läuten erst gesucht werden muss. Für Punschverweigerer gibt es ein Vogelfutterhäuschen, das nur den kleinsten Raum für Vogelfutter bietet, den meisten Platz nimmt eine Flasche beliebigen „Klaren“ ein und zwei drei passende Gläser. Da entdecken die Herren gerne die Sorgen um die gefiederten Freunde im Garten. Ob ein Toaster tatsächlich Fotos „aufrösten“ kann, war unlängst eine Frage in einer Quizshow. Es gibt ihn wirklich! Entwickelt bei uns im 15. Bezirk, von Inseq Design in der Hagengasse. Herrengeschenke, eher für alleinstehende Partymuffel, gibt es jetzt auch in Wien. Ein Herr Josef Le in Hietzing bietet die „maßgeschneiderte Traumfrau“. Sie muss nicht mehr aufgeblasen werden, ist lebensecht, kann aber einstweilen nur Chinesisch – und ab 2.000 Euro aufwärts ist man dabei. Allerdings, die beste Idee unseres Zeitgeistes erfuhr ich am 17. November aus der Mittags-Show des heimischen Fernsehens: Ein Musik-Tattoo! Ich dachte mir, ich hätte falsch gehört. Wie zum Teufel funktioniert ein Musik-Tattoo? Nun, so wie in der Visualisierung eines Musikbearbeitungsprogrammes werden die Amplituden des jeweiligen Liedes in die Haut geritzt. Eine „App“ auf dem Smartphone kann dann mittels Kamera die Tätowierung „lesen“ - und das Lied erklingt ... Also, in einigen Jahren klingt das dann wohl ganz anders, denn die menschliche Haut ist kein dauerhaft „maßhaltiger“ Datenträger. Damit wünsche ich allen Lesern ein entspanntes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch nach 2018. Christian Faltl - Herausgeber
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NOVEMBER 2017