NOVEMBER 2017
Neues Heft
Unsere Sorgen! „Ich zähle täglich meine Sorgen, denn ich sorg mich sehr“ … sang einst Peter Alexander. Heute ist uns wahrscheinlich weniger zum Singen, aber die Sorgen werden überbordend. Die Wiener Verkehrsbetriebe haben den „Tatort Leberkäs“ ausgerufen, und nun wird gegen ungeruchsfreie Pizza-Schnitten und Kebab-Semmeln ermittelt. Auch in der Bechernudel aus Fernost wird eine gewisse Sprengkraft vermutet. Auch die EU hat Sorgen, nein, nicht wegen Griechenland oder ein paar läppischer tausend Migranten, die keiner will. Nein, viel Schwereres lastet auf dem umtriebigen Kollektiv-Gewissen in Brüssel. Dazu musste man – wie erstaunlich – sogar die Bevölkerung in den Mitgliedsländern fragen: Tatatata, – ob  nun die Zeitumstellung (Winterzeit – Sommerzeit) abgeschafft werden sollte! Bei einer Entscheidung von solcher Tragweite schlägt man sich ja glatt mit der flachen Hand auf die Halogen-Birne und biegt die Gurke gerade. Lückenbüßer (Seite 5):  Das Urteil des Paris Ein junger Mann hatte drei Freundinnen und musste sich entscheiden, welche der drei er heiraten sollte. Er machte einen Test und gab jeder der drei Frauen tausend Dollar. Die erste Freundin kaufte sich neue Kleider und Schuhe, ging zum Friseur und zur Kosmetikerin. Als sie zu dem jungen Mann zurückkam, sagte sie: "Ich will die Schönste sein für dich, weil ich dich liebe!" Die zweite Freundin kam mit einer neuen Hockeyausrüstung, einem neuen Videogerät und einem Monatsvorrat an Bier zurück und sagte: "Das sind meine Geschenke für dich, weil ich dich liebe!" Die dritte Freundin machte mit den tausend Dollar eine wohldurchdachte Investition und innerhalb kurzer Zeit verdoppelte sich das Geld. Den Profit investierte sie wieder, dieser wiederum verdoppelte sich nochmals. Bodo und Mimi – Auf ein Neues Viel zu lang hatte die Menschheit bewiesen, dass sie mit Intelligenz nicht umzugehen verstand. Sie zeichnete sich immer wieder durch Krieg, Mordlust, Neid und Habgier aus und wenig durch friedliches Miteinander und Streben nach gottgefälligem Leben, wie immerzu gepredigt wurde und sogar die Tierwelt vorexerzierte. Auch Prediger waren keinen Deut besser, vermochten nur ihre dunkle Seite besser zu verkaufen. Anstatt Wohlstand durch Arbeit und Fleiß zu mehren, ging man den einfachen Weg mit allen negativen Auswüchsen. „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ wurde zur Regel, brachte Leid und Elend über die Welt, Blut und Tränen, Hungerkatastrophen und Ausrottungen ganzer Völker mit sich. Es ist müßig festzustellen, wer an den unzähligen verheerenden Katastrophen der Menschen Schuld hatte. Ein Gen, zuständig für eine geheimnisvolle Gehirnerweichung, von welchem alle erfasst waren und sich von Generation zu Generation fortsetzte? Ständig modernisierte Waffensysteme zu erproben. rekrutierte daraus. Neues wurde hergestellt, Altes entsorgt. Gründe für Streitigkeiten zu finden war nicht schwierig. Verschrobene Weltanschauungen, wahnwitzige Überlegenheitsgefühle, Fanatismus sowie schlichtes Machtdenken waren Antrieb genug, zu meucheln und Blut zu verströmen. Der Sex kommt in die Jahre! Wir Alles im Leben ist einem dauernden Wechsel unterlegen. Das macht ja das Leben eben so interessant. Waren früher für manche von uns  High-Heels das Non-Plus-Ultra, lieben wir es nun in späteren Jahren doch ein wenig bequemer. Sind wir früher jeden Berg hinaufgestürmt, konnten es kaum erwarten, den Gipfel zu erreichen, so gehen wir es heute langsamer an, der Weg ist inzwischen zum Ziel geworden. Wir verharren gerne bei einem vertrauten Baum, lehnen uns gerne an und genießen den Halt und die Sicherheit. Wir genießen es, wenn das Ziel zwar immer näher rückt, aber dazwischen immer wieder kleine Freuden aufzucken und wir uns dem Duft der Lust hingeben können. Zeit ist mit der Zeit relativ geworden. War früher dieser Zeitfaktor die bestimmende Kraft, ist es heute die Muße die wir haben und das Gefühl, alle Zeit der Welt gehört uns. Gebote und Verbote soweit das Auge reicht? Jetzt dürfte es soweit sein. In den Medien war es zuletzt zu lesen! In den öffentlichen Verkehrsmitteln unserer liebenswerten Wienerstadt soll in Kürze der „Verzehr von Speisen“ nicht mehr gestattet, also verboten sein. Vorerst angeblich nur im Untergrund (U-Bahn), aber immerhin, ein Anfang wäre damit gemacht. Aber wäre denn dieses Verbot gar so furchtbar bzw. unannehmbar, wie uns einige Proteste oder Initiativen dagegen glauben machen wollen. Wenn man bedenkt, dass eine durchschnittliche Fahrt mit einem „Silberpfeil“ (für nicht in Wien lebende Menschen sei gesagt, dass es sich hier um die in Rede stehende U-Bahn handelt) lediglich rund 10 bzw. bestenfalls 15 Minuten ausmacht, dürfte zumindest die Gefahr eines qualvollen Hungertodes gebannt sein. Wenngleich offenbar eine deutliche Mehrheit unserer Mitbürger für ein derartiges Verbot eintritt, so gibt es offenbar doch eine relativ streitbare Gegenströmung, die dieses zusätzliche Verbot nicht widerspruchslos hinnehmen möchte. Damit würde man die Freiheit des menschlichen Individuums weiter einschränken, meinen die Gegner eines derartigen Verbots. Traktat über die perikulöse Konstruktion autonom extinguierender Waffensysteme oder: Make love not war! Freunde, wie war das Leben früher heiter. Als wir in unseren Kindertagen Film-Monster aus Holz und Blech gefährlich über die Leinwand huschen sahen. King-Kong, Godzilla, Tarantula, und wie sie alle hießen, verbreiteten ein wenig Grusel. Später stolperten überdimensionale Blechdosen, mit starken Menschen drinnen, als erste Roboter aus dem All durch simple Filmplots. Die Bösen waren immer die Blech-Kameraden, die die Braven (meist Amerikaner) in ihrer Existenz bedrohten. Einer der ersten bösen Roboter der Filmgeschichte dürfte die „Maria“ in Fritz Langs Stummfilm „Metropolis“ gewesen sein, die von der Schauspielerin Brigitte Helm in einer Doppelrolle dargestellt wurde.  Mit Geoge Lucas’ „Krieg der Sterne“ kam eine neue Roboter-Qualität in schmuckem Kunststoff auf die Leinwand. Immer noch mit menschlichen Darstellern im Inneren… Man denke an den legendären „C3PO“, den der gertenschlanke Anthony Daniels im goldfarbenen Robo-Korsett gab. Oder der kleinwüchsige Kenny Bakers, dessen Aufgabe darin bestand, im Inneren des Droiden „R2D2“ zu stehen und dessen Kopf in verschiedene Richtungen zu drehen. Kenny Bakers ist übrigens schon 2016 verstorben. 2017 hat ein „Star Wars“-Fan für ein Exemplar des Roboters „R2D2“ 2,76 Millionen Dollar bezahlt. Ein Sammler, der sein Hobby offensichtlich mit bewunderungswerter Leidenschaft betreibt. Einer vermisst die Erotik Ein Großer ist 90! Architekt Gustav Peichl erinnert sich! Seiner Meinung nach ist die Architektur fade und gesichtslos geworden! Er vermisst die Erotik in der Architektur. Vermissen wir alle, nicht nur in der Architektur! Also fast, lach. Er vermisst die Kurven und Schwingungen einer Sofia Loren darin! Er vermisst die Seele und Träume des Erschaffers. Seiner Meinung nach ist ein possierliches Tierchen dran schuld:  DIE MAUS. Natürlich meint er die Maus unseres Computers. Früher konnte der Architekt leidenschaftlich seine Träume nachempfinden, mit dem Bleistift über das Zeichenbrett gleiten und den Duft eines geheimnisvollen Leibes einatmen, den er gerade formt und laufend auch verändert, bis er jene Erotik ausstrahlt, die der Mensch eben zum Leben braucht. Er gibt jedoch zu, dass der Computer vieles erleichtert hat, heute nicht mehr wegzudenken ist, aber er vermisst trotzdem die Kreativität, die aus dem Handgelenk und Herzen kommt. Also, seien wir ehrlich, niemals wieder wird der Mensch solche Bauten wie die ägyptischen Pyramiden oder die hängenden Gärten der Semiramis erschaffen. Auf all meinen Wegen Angsteinflößende Besessenheit hat sich meiner bemächtigt und längst bin ich zum Spielball nicht steuerbarer Zwangshandlungen geworden. Noch vor Monaten witzelte ich mit unverhohlener Arroganz über die allgegenwärtigen Handy-Junkies, die quasi nonstop an ihren Geräten nestelten und deren lautstark geführten Marathon-Gespräche an Inhaltslosigkeit nur schwerlich zu un­terbieten waren. Mein brikettgroßes Handy lag meist unbeachtet in irgendeiner Schublade und wenn ich es dann wirklich einmal gebraucht hätte, blinkte mir höhnisch die Statusmeldung „Akkukapazität erschöpft“ entgegen. In einer derart verkorksten Beziehung ist man für jeglichen technischen Schnickschnack empfänglich, was dazu führte, dass ich mir in würdeloser Manier die Genehmigung zum Kauf eines Smart- Phones erquengelte. Irgendwie war es Liebe auf den ersten Blick und so blieb es dann auch nicht aus, dass wir bereits wenige Stunden später im Bett landeten, weil ich mich dort in ungestörter Zweisamkeit mit der E-Book-Funktion meines Neuerwerbs vertraut machen konnte. Zu guter Letzt! Auch so kann man abnehmen Otto ist wieder zurück in der Heimat. Er wollte sich dieses Jahr etwas Besonderes gönnen und hatte ein Vier-Sterne-Hotel gebucht. Frühstück und Abend­essen inklusive, irgendwo im Süden. „Obwohl die Unterkunft tadellos war, die Sonne nicht zu heiß und mein Appetit vorzüglich, habe ich volle sechs Kilo abgenommen“, berichtet er  bei unserem Café-Treffen. Natürlich interessiert mich der Grund für Ottos Gewichtsreduktion und frage ihn, für welche Art von Diät er sich denn entschieden habe. Da lächelt er, wie mir scheint etwas gequält, und erzählt: „Ich trat, gut ausgeruht und voller Lust auf ein prächtiges Frühstück, ans Buffet. Da begegneten sie mir: Die ganz Sportlichen im Joggingschritt, die behaarte Männerbrust just über der Schinkenplatte graulend. Die Tierliebhaber, die ihr Hündchen auf dem Arm trugen und über dem Birchermüesli streichelten. Die Hastigen, die es nicht erwarten konnten, bis sie an ihrem Platz am Tisch zurück waren und gleich an Ort und Stelle zu essen anfingen. Die Zaghaften, die jede Semmel erst abtasteten, bevor sie sich dann doch für das Bauernbrot entschieden. Die Hamsterer, die sich ihre Teller derart voll füllten, als würde eine Lebensmittelrationierung bevorstehen.“        Die nächste Ausgabe erscheint       im NOVEMBER 2018
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HEFT 3/2018
Erscheinungstermin: 10. September 2018